Steckbrief: Dirk Scharp

Geb.: 12.09.1971 auf Rügen
Familie: seit 21 Jahren verheiratet, 2 Kinder (16 & 19 Jahre)
Wohnort: 2001 sind wir von der Küste nach Heidesee gezogen

Tätigkeit:
 Ich bin seit 2004 mit meiner Frau als Fachplaner für Hotellerie, Seniorenheime und öffentliche Einrichtungen tätig. Wir konzipieren und planen den gesamten IT-Betrieb des Nutzers. Wir erstellen ganzheitliche Nutzungskonzepte inkl. der Grundlagenermittlung, der Projekt-Planung, der Projekt-Ausschreibung sowie der Projekt-Umsetzung.

Wir sind Ihre Schnittstelle und Ihr Planer für die Zusammenführung der einzelnen technischen Gewerke und sorgen dafür, dass am Ende Ihre Anforderungen im täglichen Betrieb reibungslos funktionieren.

Ihr Hotelbuchungssystem, die passende Kassenlösung, Zutrittskontrollen, Veranstaltungs-, Schwimmbadtechnik usw. – die Anforderungen sind vielfältig, und das macht die Aufgabe für uns erst spannend. Die Erwartungen der Gäste ist die Herausforderung des jeweiligen Hotelbetreibers, wofür wir Ihnen mit unserem Knowhow ein passendes Lösungskonzept erstellen.

www.scharp-consult.com

TSG Südost 96 – Leben im Einklang mit der Natur

Artikel aus „DEIN Senzig Magazin“, Heft 3, 2019

FKK am Zeesener See

Der Berliner liebt bekanntlich das Grüne. Deshalb war es eine Frage der Zeit, dass sich 1928 eine Neuköllner FKK-Gruppe aufgrund ihres Zulaufs ein neues Domizil suchen musste. Bis dahin verfügte sie nur über ein ungefähr zwei Faustballfelder großes Gelände inmitten einer Kleingartenanlage. Der Vereinschef wurde in Senzig fündig. Der ortsansässige Bauer Friedrich Drebelhof verpachtete den Anhängern der Freikörperkultur ein Areal am Zeesener See. Damit war der Grundstein für ein langes Vereinsleben gelegt, das Höhen und Tiefen kannte, und sich gegen alle Widrigkeiten der Zeitläufte behaupten konnte.

„Die Gebäude und Sportanlagen, wie man sie heute auf unserem Gelände sieht, haben wir zu 95 Prozent aus eigener Kraft geschafft“, sagt Bernd Bauer, der seit einem Jahr der heutigen Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Südost 96 e.V. vorsteht. Die Chronik des Vereins, bei der das langjährige Mitglied Regina Seitz federführend ist, beschreibt ausführlich den Werdegang der Gemeinschaft.

Anfang der 30er Jahre erholten sich bei Sport und Spiel rund 100 Mitglieder, die damals noch alle in Zelten kampierten. Später in der Nazizeit und auch nach dem Krieg, ist der Chronik zu entnehmen, stand das Schicksal des Vereins mehr als einmal auf der Kippe. „Zu Kriegszeiten diente das Gelände vielen Mitgliedern als Zufluchtsstätte. Seitdem ist noch immer ein besonderer Zusammenhalt zu spüren“, schreibt Brunhild Hauschild, Mitglied seit 1978, in ihrem kleinen Geschichten- und Fotoband „Jahreszeiten – Zeitklang“. Man habe sich gegenseitig beim Aufbau von Zelten und später der Hütten geholfen. „Arbeiter, Professoren oder Künstler waren alle gleich, nicht nur nackt“, erzählt die Sport-freundin.

Auf dem 25 Hektar großen bewaldeten Gelände stehen heute neben einigen kleinen Kinderzelten noch ein einziges Steilwandzelt und 166 Hütten. Sie dürfen 14 Quadratmeter haben und einen Vorplatz von 8,5 m² nicht überschreiten. Zwei Drittel der Hütten verfügen über Solaranlagen, der Rest bekommt Licht durch Batterien. Gekocht wird mit Propangas. Seit 1992 dürfen nach dreimaliger „Kampfabstimmung“, so Bernd Bauer, auch Wohnwagen aufgestellt werden. „Jetzt sind es etwa 20, wir wollen das aber nicht ausweiten, zumal entsprechende vertragliche Auflagen uns entsprechende Grenzen setzen.“ Das Areal ist aus verwaltungstechnischen Gründen in fünf sogenannte Bürgermeistereien unterteilt. Sie tragen solch anschaulichen Namen wie „Kinderland“, „Mückengrund“, „Wiesengrund“, „Mitte“ und „Bergland“.

Pflicht: Gebadet wird ohne Textil!

Hier ist fast zu jeder Jahreszeit etwas los. Sportlich unterwegs ist man bei Volleyball, Tischtennis oder Badminton, bei Faustball und Beachvolleyball sowie beim Prellball und in der Leichtathletik. Kinder und Jugendliche können sich auf einem Bolzplatz austoben. Und dann ist ja noch der Zeesener See, der zum Bade lädt. Hier können die Jungen und Mädchen auch Schwimmen lernen. Eiserne Regel beim Baden: Nur nackt! „Das steht sogar in der Satzung“, sagt Regina Seitz. Während noch in den 70er Jahre auch beim Sport alle im Adamskostüm antraten, sei das heute gar nicht mehr üblich.

„Nacktbaden ist das Schönste, was es gibt“, ergänzt Marion Becker-Bertz, als Kassenwartin zuständig für die Finanzen. „Den Verein muss man finanziell wie eine Firma führen. Wenn man das nicht genau macht, kann man einpacken“, betont die bekennende Zahlenfetischistin, die noch im Berufsleben steht. Um das Vereinsleben am Laufen zu halten, gebe es auch Pflichten.

 So stehen im Jahr Arbeitsstunden für die unter 65-Jährigen an: für Männer zehn, für Frauen sieben. Gegenwärtig hat der Verein 321 Mitglieder, darunter ein deutlich hoher Anteil an Senioren. Der Älteste ist 92. „Es ist jedoch eine Tendenz zu beobachten, dass zunehmend junge Familien mit Kindern kommen, darunter auch viele Wiedereinsteiger“, berichtet sie. Etwa 90 Prozent der TSG-Mitglieder kommen aus Berlin und aus dem Umland, einige aus Potsdam und sogar aus Sachsen-Anhalt.

Viele von Kindesbeinen an dabei
Wie könnte es bei einem Verein auch anders sein: Es wird viel gemeinsam ge-feiert. „Das ist sogar in einem Jahresplan festgelegt“, betont Bernd Bauer. Darin sind neben den Sportturnieren auch Neptun-, Kinder- und Indianerfeste sowie die Sonnenwendfeier feste Posten, locken Tanzabende, Freilichtkino bei gutem Wetter oder Grillabende die TSG-Mitglieder aus ihren Hütten. Viele kennen das schöne Stück Natur seit ihrer Kind-heit und haben so manche humor-volle Episode parat. Zum Beispiel über Bernd Bauers Vater Willy, der seit 1946 dabei war, und jeden Sonntagmorgen um 7 Uhr pünktlich zur Frühgymnastik rief. „Alle mussten mitmachen, aber man konnte sich auch verstecken“, erinnert sich Regina Seitz. Für nicht wenige Senziger war das FKK-Gelände an der Körbiskruger Straße 103 ein Buch mit sieben Siegeln. Es kursierten viele Gerüchte, selbst von der Stasi war die Rede.

GABEN GERN AUSKUNFT: REGINA SEITZ, MARION BECKER-BERTZ, BERND BAUER UND BRUNHILD HAUSCHILD (VON LI.)

Indianer am Zeesener See

„Senzig Open“ am 17. August brachte da Licht ins Dunkel. „Etwa 25 Besucher sahen sich bei uns um, einige wussten gar nichts von unserer Existenz“, sagt Vereinschef Bernd Bauer. Die Kontakte zum Netzwerk Senzig sind längst geknüpft. Vor allem auf sportlichem Gebiet biete sich eine Zusammenarbeit an. „Wir sind offen für alle, wer sich bei uns umsehen möchte, braucht sich nur anzumelden.“ Ende Oktober hat die TSG ihre Saison mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken beendet. Brunhild Hauschild empfindet es in einer Gedichtstrophe so: „Die Hütten halten Winterruhe, der Specht klopft schon sein letztes Lied. Verstaut die Sachen in der Truhe, adieu, bis man sich wiedersieht!“

Seniorinnen und Senioren im Ehrenamt gewürdigt

Festveranstaltung in Luckau

2019  stand die Brandenburgische Seniorenwoche unter dem Motto “Für ein lebenswertes Brandenburg – solidarisch, aktiv, mitbestimmend“. Am 22. Juni fand dazu die Festveranstaltung des Landkreises Dahme Spreewald auf dem Schlossberg der Stadt Luckau statt.

Die Veranstaltung ist in jedem Jahr ein besonderer Höhepunkt für Seniorinnen und Senioren aus unserem Landkreis, die sich ehrenamtlich engagieren. Mit der „Rosenurkunde“ werden dabei traditionell besondere Leistungen anerkannt. In diesem Jahr wurden sechs Seniorinnen ausgezeichnet, darunter auf Vorschlag des Seniorenbeirates der Stadt Königs Wusterhausen Ingeborg Peschel aus der Volkssolidaritätsortsgruppe Senzig. Landrat Stephan Loge hob in seiner Begründung hervor, dass Ingeborg Peschel bereits seit 2007 als Mitglied der Volkssolidarität gesellschaftlich aktiv sei.

Anfang 2016 wurde mit der Bildung eines Beirates die Funktionsfähigkeit der Ortsgruppe Senzig gesichert. Die Aufgaben wurden auf mehrere Schultern verteilt. Dabei hatte sie eine besondere Rolle inne. Die monatlichen Kaffeenachmittage zu aktuellen und informativen Themen, der Internationale Frauentag, die Sommerfeste und Weihnachtsfeiern wurden und werden von einem starken Kollektiv gemeinsam organisiert. Dabei steuert Ingeborg Peschel gute Ideen bei. Sie organisiert zudem einmal im Jahr einen Tagesausflug mit dem Bus, an dem auch behinderte Menschen teilnehmen können.

Sehr verdienstvoll ist, dass sie Kontakt im Netzwerk für Senzig mit dem Jugendclub aufnahm. Daraus entstand die Reihe „Handmade“, die gemeinsam vom Jugendclub und der Volkssolidaritätsortsgruppe organisiert wird. Hier treffen sich regelmäßig Jung und Alt zu kreativer Zusammenarbeit und zu Gesprächen. Die Aktivisten dieses generationsübergreifenden Projektes wurden von der Leitung der Ortsgruppe, dem Ortsvorsteher und dem Seniorenbeirat der Stadt Königs Wusterhausen geehrt.

Verdient gemacht hat sich Ingeborg Peschel auch bei der Werbung neuer Volkssolidaritäts-Mitglieder. Besonderes Augenmerk wird dabei darauf gelegt, relativ „junge“ Seniorinnen und Senioren für die Volkssolidarität zu gewinnen. Für ihr Engagement und für ihr Miteinander der Generationen wird sie hier (siehe Foto, Ingeborg Peschel hintere Reihe, dritte von links) öffentlich geehrt.

Landrat Stephan Loge betonte, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement gerade in der Arbeit mit Senioren sei. Auch in der Zukunft werde das so sein. Diesem Engagement müsse jede mögliche Unterstützung gewährt werden. Über die demographischen Veränderungen in unserm Land werde oft gesprochen, doch getan werde häufig noch zu wenig, räumte Loge ein. Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg aber hänge die Lebensqualität in hohem Maße davon ab, wie es gelinge, die mit diesem Wandel einhergehenden Probleme zu meistern.

H.Peschel

In der Senziger „Kochbar“ wird aufgegessen

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 2

Kocht und serviert in Senzig: Simone Krüger, Chefin von Krügers Kochbar

Wenn früh um sechs das Licht in der Senziger „Kochbar“ angeht, steht eine Stunde später alles für ein kräftiges Frühstück parat. Inhaberin Simone Krüger hat dann belegte Brötchen, Buletten, Rühr- und Spiegeleier oder duftenden Kaffee frisch zubereitet, die den zahlreichen Handwerkern und Angestellten den Start in den Arbeitstag „versüßen“. Kaum ist der Ansturm der frühen Gäste vorbei, muss sich die 41-Jährige um den Mittagstisch kümmern. „Ich mache alles mit der Hand“, sagt sie. Da wird das Schnitzel noch geklopft und paniert, Gemüse geschnippelt und werden nahezu täglich 15 Kilogramm Kartoffeln geschält. „Die Soßen werden aus Gemüse und Fleischknochen gekocht, Pulver kommt da nicht ran.“

Die Renner unter den deftigen Gerichten sind unter anderem Königsberger Klopse, Schweine- und Rinderbraten, Senfeier und Eisbein. Erst nach vier Wochen wiederholt sich die Speisekarte, die auch Nudelgerichte, Fisch und fleischlose Speisen anbietet. „Mittwochs ist Suppentag, da kommen die Senziger sogar mit Töpfen an.“ Die Zutaten werden täglich angeliefert: “Die Schrippen kommen vom Bäcker Grabarse aus Deutsch Wusterhausen, Fleisch- und Wurstwaren aus Golßen im Spreewald.“

Viele Gäste sind Stammkunden

Die zahlreichen Kunden, die „Krüger‘s Kochbar“ täglich besuchen, stehen dafür, dass alles gut schmeckt. „Auf den Tellern bleibt nichts übrig, hier wird aufgegessen“, betont die Kochbarchefin. Viele Gäste sind Stammkunden, kennen sich und bleiben auch für einen Plausch. „Hier geht es familiär zu und die Leute sehen es mir an, wenn es mir mal nicht so gut geht“, erzählt Simone Krüger. Eine hübsche Blume schmückt aber immer ihre Frisur.

Allein 30 bis 40 Tagesgerichte gehen von Montag bis Freitag über den Tresen. Alles spielt sich auf etwa 30 Quadratmetern ab. „Klein, aber fein, sage ich immer“, so Simone Krüger nicht ohne Stolz. In diesem Frühjahr konnte sie auf zehn Jahre „Kochbar“ unter dem Motto „Leckeres aus Topf und Pfanne“ zurückblicken. Dann besteht das heutige Bistro bereits seit 22 Jahren. Von 1996 bis 2008 hatte Simone Krügers Tante, Sybille Janke, den Imbissstand unter ihrer Regie. Dann übernahm ihre Nichte. „Man muss so etwas wollen und muss es lieben. Ich hab‘ mich gefreut, dass es weiterging, Simone macht‘n Tick mehr und hat auch junge Leute angelockt“, erinnert sich Sybille Jahnke. Sie hilft auch jetzt noch an zwei Tagen in der Woche. „Alles allein zu stemmen, ist ein großer Kampf: Kochen, Bedienen und den nächsten Tag vorbereiten“, sagt ihre Nichte.

Hier wird auch mal geschnattert

„Eigentlich bin ich glücklich hier, ich will nirgendwo anders hin“, sagt Simone Krüger, die bei Kaiser’s gelernt und dort in verschiedenen Bereichen gearbeitet hat. Das Kochen habe sie sich bereits im Alter von zwölf Jahren an bei ihrer Mutter abgeschaut, heute schwenkt sie den Kochlöffel ohne Rezept – und das zur Zufriedenheit ihrer Kunden. Silvia Freyer aus Bindow meint: „Ihre Soljanka ist einfach toll, und hier kann man auch mal miteinander schnattern.“ Lobende Worte über Krügers Kochbar finden sich sogar im Internet. „Wer gute Hausmannskost mag und Hunger hat, ist hier sehr gut aufgehoben. Tolle Qualität, nettes Ambiente und eine hinreißende Wirtin“, schreibt ein User unter Google und versichert, er werde wiederkommen.

Simone Krüger freut sich über das Lob ihrer Gäste und möchte sich bei dieser Gelegenheit im „Dein Senzig Magazin“ bei ihnen für ihre Treue und Freundlichkeit ganz herzlich bedanken.

www.partyservice-senzig.de

Der mit der Kettensäge schnitzt: Roland Karl haucht Holz Leben ein

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 2

Der Senziger Fischer kommt aus Dobra in Südbrandenburg

Sie stehen in den USA, in Japan, in Dubai oder in der Schweiz und eben auch in Senzig: Die von Roland Karl mit der Kettensäge geschnitzten Figuren, Tiere oder Reliefs aus Holz. So ist der 59-Jährige auch der Schöpfer des zwei Meter großen Fischers, der unübersehbar am Ortseingang von Senzig grüßt. Auch der seinen Kahn ziehende Bauer am Fanggraben im Tiergarten stammt von ihm. Später einmal irgendetwas mit Holz zu machen, war Roland Karl wohl vorherbestimmt. Es lag nahe, denn aufgewachsen ist er umgeben von viel Wald im südbrandenburgischen Dobra bei Bad Liebenwerda. „Von Kindheit an habe ich mit Holz gebastelt und gedrechselt, in der Schulzeit dann mit Malen angefangen“, erinnert er sich. Aber bis zum freien Künstler als Kettensägenschnitzer, wie er sich selbst bezeichnet, war es noch ein langer Weg.

Nach Abschluss einer Lehre als Anlagen- und Maschinenbauer im VEB Schwermaschinenbau Lauchhammer zog es ihn wieder in den Wald. In der Forstwirtschaft hat er dann 22 Jahre gearbeitet, zu DDR-Zeiten mit schwedischen Kettensägen, die fürs Schnitzen nicht geeignet waren und zudem nicht privat genutzt werden durften. Mit der Wende wurde alles anders, es kamen bis dahin unbekannte moderne Kettensägen und es kam die Reisefreiheit: „In Amerika habe ich Blut geleckt“, erzählt Karl. In den USA, die als Mutterland des Kettensägenschnitzens gelten, war Roland Karl inzwischen 17 Mal. Zumeist bei Wettbewerben wie in Ridgway (US-Bundesstaat Pennsylvania) oder in Reedsport (Oregon), wo er als Amateur gleich bei der ersten Teilnahme den ersten Platz errang. Das bedeutete aber für ihn, er durfte nur noch in der Profiliga starten. In der ist er einmal am dritten Platz vorbeigeschrammt. Den amtierenden Weltmeister im Kettensägenschnitzen, Bob King aus Seattle, nennt er einen guten Freund: „Bei ihm habe ich viel gelernt.“ An Wettbewerben nehme er aber nicht mehr teil: “Das überlass ich den Jüngeren, denn das ist Leistungssport. Da kann man abends das Gras ruppen ohne sich zu bücken.“

Vom Hobby zum Broterwerb

Mit der Kettensäge zu schnitzen, war zunächst zehn Jahre lang nur Hobby. „Angefangen hat es mit Rübezahl als Waldgeist, an dem habe ich immer geübt“, erinnert er sich. Mit dem Schritt vom Hobby in die Selbstständigkeit am 1. Januar 2006 wurde es für Roland Karl zum Broterwerb. Dafür hat er einen gesicherten Job im Bundesforst aufgegeben. Wie viele Skulpturen er seither geschaffen hat, weiß er beim besten Willen nicht mehr. Von den bei Kunden sehr beliebten Eulen habe er es auf  weit über 1000 Stück gebracht, schätzt er.

An bestimmte, aus dem Rahmen fallende Aufträge erinnert sich Roland Karl noch sehr gut. So gestaltete er einen fast vier Meter hohen Weihnachtsmann für Himmelpfort in der Uckermark, wo sich das Weihnachtsmannpostamt befindet. Sieben Mönchsfiguren stehen entlang des Radwanderwegs „Auf den Spuren der Mönche von Dobrilugk“ rund um Doberlug-Kirchhain im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Dort weisen auch Skulpturen aus der germanischen Mythologie wie Thor oder Freya den Wanderern den Weg durch das Lobenmoor. Mit dem Wurzelballen auf dem Kopf wirken sie sehr geheimnisvoll. Eher erheiternd dürfte die Figur eines auf dem Hinterrad fahrenden Bikers mit einer Bierflasche in der Hand wirken, die in der japanischen Stadt Toi in der Präfektur Shizuoka steht. Ein Wildschwein ging in die Schweiz, ein Adler fliegt in Frankreich und ein Fisch tummelt sich in Dubai.

Auch an die beiden Figuren für Senzig erinnert sich Roland Karl gern: „Für mich ist es am schönsten, wenn mir ein Thema vorgegeben wird und ich dann frei gestalten kann“. Vor Ort traf er sich zuerst mit Wanderwegewart Hans Rentmeister, der die Idee für das Projekt hatte. So machte sich der Holzkünstler ein Bild von dem Standort und konnte dann seine Vorstellungen entwickeln. „Das war ein schöner Auftrag.“ Zwei weitere Figuren für den Tiergarten in Königs Wusterhausen sollen noch folgen.

Wenn die Kettensäge kreischt

Entstanden sind der Fischer und der Kahnfahrer wie alle anderen großen Figuren auf Roland Karls „Außenposten“, seinem Schnitzplatz am Rande von Dobra an der Bundesstraße 101.  Hier kann er seine Kettensägen kreischen lassen, denn weit und breit ist kein Mensch, den das stören könnte. Er selbst mag das Geräusch nicht, denn mit rund 115 Dezibel sind die Kettensägen recht laut. „Ich hab‘ den Gehörschutz auf und höre Countrymusik.“ Zehn bis 15 Kettensägen hat er mittlerweile schon zersägt: „Jedes Jahr gibt eine ihren Geist auf.“ Zu seinen Arbeitsmitteln gehören ständig drei bis vier Sägen, diverses Tischlerwerkzeug und spezielle Fräsköpfe, um Feinheiten von Gesicht, Augen oder Fingernägel aus dem Holz herauszuholen. Roland Karl arbeitet vorwiegend mit Eiche und Pappel. „Die guten Sorten wie Mammutbaum haben wir in unseren Breiten ja leider nicht.“ Hat er eine Figur fertig, wird sie noch mit Holzöl bearbeitet, denn sonst würde das Holz grau werden. Sonne und Kälte stören ihn bei der Arbeit nicht, nur der Wind, der Sägespäne selbst in die geschützten Augen treibt.

Einen Unfall als Kettensägenschnitzer hatte Roland Karl – toi,toi,toi – bisher nicht. In Deutschland gibt es nach seinen Angaben etwa 100 Personen, die das Kettensägenschnitzen ernsthaft betreiben. „Hauptberuflich machen es maximal etwa 30“, sagte er. „Wir Kettensägenschnitzer sind schon eine eigene Truppe“, gesteht der sympathische Mann.  „Alle ein bisschen verrückt, es gibt kein Konkurrenzdenken, wir sind eine verschworene Gemeinschaft.“

www.kettensaegenschnitzer.de

Wer steckt hinter der Redaktion des DEIN Senzig Magazin?

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 2

Für die redaktionellen Belange des Magazins haben Berthild und Peter Dietrich (beide Jahrgang 1943) den Hut bzw. die Hüte auf.

Wir sind zwar keine Senziger, leben in Zernsdorf auf der anderen Seeseite, aber haben eine enge Verbindung zu Senzig: Tochter, Enkeltochter und Schwiegersohn wohnen hier.
Beide haben wir von 1966 bis 1971 an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig Journalistik studiert. Dort haben wir uns auch kennengelernt und 1970 geheiratet. Nach dem Studium hat Berthild in Berlin beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN) als Redakteurin gearbeitet; Peter fing bei der Aktuellen Kamera des DDR-Fernsehens als Reporter an. In den 70er Jahren waren wir für etwa zwei Jahre in Moskau, Peter als TV-Korrespondent, Berthild als Stilredakteurin für den deutschen Dienst der Nachrichtenagentur TASS.

Nach der Rückkehr haben wir beide von 1977 bis zur Wende im ADN in der Redaktion Entwicklungsländer gearbeitet. Anfang 1990 waren wir dafür vorgesehen, als Korrespondenten nach Südafrika zu gehen. Das blieb leider nur ein Plan, lediglich von Februar bis Mitte April 1990 arbeitete Peter in Südafrika und Namibia.
Nach der Wende haben wir beide bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) angeheuert und jeden Tag Nachrichten für Zeitung, Funk und Fernsehen geschrieben: Erst aus Berlin, dann aus Leipzig und zuletzt aus Chemnitz. Im dortigen dpa-Büro haben wir Ende Oktober 2006 das Licht ausgemacht und sind seitdem im „Ruhestand“ – in Anführungszeichen gesetzt, weil wir im Sommer 2018 quasi reaktiviert wurden und mit dem Senzig-Magazin eine Menge Arbeit haben. Aber die macht uns viel Freude.
Mit einer Zahl aus unserem Leben erregen wir immer wieder großes Erstaunen. Bedingt durch unseren Beruf sind wir ziemlich oft umgezogen: genauer gesagt 13 Mal.

Herzliche Grüße übern See aus Zernsdorf nach Senzig
Ihre Berthild und Peter Dietrich

AV Union für Events deutschlandweit auf Achse – Senzig bleibt Ehrensache

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 2

Sorgt für tolles Licht und guten Sound: Das AV Union-Team von Alex Pohle

Irgendwann war das 25 Quadratmeter große Kinderzimmer zu Hause in Senzig voll, war kein Platz mehr für die Kisten mit Technik. „Da haben meine Eltern gesagt, du musst hier raus. Das war 2009, sieben Jahre nachdem ich mich selbständig gemacht hatte“, erinnert sich Alex Pohle an die Anfänge seiner beruflichen Laufbahn als Dienstleister für Eventtechnik.

Es folgte eine Bürofläche von 50 Quadratmetern in Königs Wusterhausen. Seit 2014 hat seine Firma AV Union – AV steht für audiovisuell – ihren Sitz in Friedersdorf. Dort sind in einer Halle auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern Projektoren, Sound- und Videotechnik, Kabel und große schwarze Kisten penibel in Regalen bis unter die Decke gestapelt.

„Wenn wir gebucht werden, sorgen wir bei Veranstaltungen für guten Ton, passendes Licht und Videoinstallationen. Auf Letzteres haben wir uns spezialisiert“, beschreibt Alex Pohle das Spektrum seiner Firma, die bis Ende vergangenen Jahres unter dem Namen „Xtreme Lights“ bekannt war. In Friedersdorf ist das Unternehmen zu dritt vor Ort, neben Alex Pohle sind das Christian Loeber und Henry Papendorf. „Je nach Projekt kommen bis zu 20 Spezialisten, zumeist Selbstständige hinzu“, sagt Pohle. Das Kerngeschäft bestehe in der technischen Ausrüstung großer Industrieveranstaltungen wie Messen, Kongresse oder Autopremieren. „Wir sind deutschlandweit und im Ausland unterwegs.“ Entweder werden Aufträge mit Technik gebucht oder nur das Personal.

Der Geruch von frisch gemähtem Rasen

„Ein schöner Auftrag war auch eine Telekom-Stadiontour. Wir waren in vielen deutschen Fußballstadien unterwegs, in der Münchner Allianz Arena oder im Stadion der TSG 1899 Hoffenheim. Wir erinnern uns noch heute an den Geruch des täglich frisch gemähten Rasens“, erzählt der 40-Jährige. Über die Jahre hat das Trio die Freude an der Arbeit nicht verloren: „Es ist ein toller Job, selbst bei vielen Arbeitsstunden an den Wochenenden oder an Feiertagen. Da muss die Familie hinter einem stehen. Meine Frau ist eine super Unterstützerin.“

Den Schritt in die Selbstständigkeit habe er nie bereut. Für AV Union ging es nach den Worten von Alex Pohle immer bergauf. „Wir machen gute Arbeit, wir sind sehr akribisch, denn Zuverlässigkeit ist das Wichtigste in der Branche. Fehler verzeiht sie nicht.“ Nach Einschätzung von Alex Pohle wächst die Veranstaltungsbranche extrem. Der Umfang der Events nehme ständig zu und sie würden immer kurzfristiger angesetzt. Das alles gelte es bei der Planung, bei Angeboten und der Konzipierung der Projekte zu beachten. Dafür sei er im Trio verantwortlich. Wie der gelernte Kaufmann betont, hat er seit jeher auf ein gesundes Wachstum der Firma gesetzt. Das soll auch künftig so bleiben.

Events für Senzig auszustatten, wie die Pfingstfeste zum Beispiel, ist für den gebürtigen Senziger Ehrensache. Alex Pohle kann sich noch sehr gut an den Beginn seines Engagements für den Ort erinnern: „Ich wollte nicht hinnehmen, dass der Weihnachtsmarkt, den es gefühlt seit 30 Jahren gibt, 2013 ausfällt.“ Gemeinsam mit Sponsoren gelang es ihm, dass sich die Senziger auf dem Dorfanger am weihnachtlichen Markttreiben erfreuen konnten. Alle Jahre wieder wird seither der Weihnachtsmarkt von AV Union technisch ausgerüstet. Als Mitglied Nr. 1 im Förderverein Netzwerk Senzig möchte er dazu beitragen, dass die Einwohner wieder enger zusammenrücken. „Ich wünsche mir eine Dorfgemeinschaft, die zusammenhält.“

Internet: www.av-union.de

EBH: Drei Buchstaben – ein Versprechen für Qualität

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 2

Plant in Senzig Fertighäuser: Christian Dorst, Chef der EBH Haus GmbH

Ein Haus baut man gewöhnlich nur einmal im Leben. Auf dem Weg zu den eigenen vier Wänden gibt es viel zu bedenken, abzuwägen und dann schließlich zu entscheiden. Bei Christian Dorst und seinem Team von der Senziger Firma EBH Haus GmbH sind die künftigen Bauherren gut aufgehoben. Die drei Buchstaben „EBH“ stehen für energieeffizientes, bezahlbares und hochwertiges Bauen. Sie sind der Leitfaden des Unternehmens: „Wir bauen so, dass die Kunden auch nach zehn Jahren noch sagen, EBH war eine richtige Entscheidung“, sagt der 49-Jährige. Er leitet seit zwölf Jahren als Geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke der von seinem Vater 1992 gegründeten Senziger Firma.

Wenn er auf sein Leben zurückblicke, sagt Christian Dorst, sei es ein „in keinster Weise geplantes Leben“ gewesen. Einmal in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, hätte er sich nicht träumen lassen. „Vor zwanzig Jahren hätte ich mir an den Kopf getippt: eine Baufirma leiten!“ Schließlich hatte er im EKO in Eisenhüttenstadt Walzwerker mit Abitur gelernt und danach an der Bergakademie im sächsischen Freiberg Maschinenbau studiert. Doch bevor er am 1. Januar 2007 die Leitung von EBH übernahm, hatte er im Betrieb schon zwölf Jahre zuvor die Zeichenabteilung aufgebaut. Er beherrschte die CAD-Technologie, mittels der die Häuser am Computer gezeichnet werden können.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Seit 1994 baut EBH in ganz Deutschland Fertighäuser. Mit der jungen Firma ging es lange Zeit stetig bergauf: Wurden 1996 elf Häuser errichtet, waren es ein Jahr später bereits 20 und 40 Häuser im Jahr 1998. „Die Hochzeit hatten wir 2006 mit 72 Häusern“, erinnert sich Christian Dorst. Doch es ging nicht alles so glatt weiter: „Als ich 2007 antrat, war das der Beginn eines großen Einbruchs. Im Sommer hatten wir keine einzige Baustelle. Ich musste erstmals Leute entlassen.“ Für den Einbruch damals gab es viele Ursachen. Im Mai 2006 hatte der Bundestag die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent beschlossen, und es ging 2008 weiter mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers – keine guten Zeiten für Häuslebauer und Bauunternehmen gleichermaßen. „Es gab Phasen“, gesteht der EBH-Chef ohne Umschweife, “da hab‘ ich mich gefragt, warum tu ich mir das noch an?“

Inzwischen hat sich EBH Haus längst wieder stabilisiert. Seit 2015 werden jährlich zirka 50 Häuser fertiggestellt. Um die hohe Qualität zu halten, soll das Unternehmen nicht weiter wachsen, in Zukunft sogar etwas schrumpfen. Der Fachkräftemangel sei schon jetzt ein Problem und werde es bleiben. „Wir arbeiten seit drei Jahren am absoluten Limit“, stellt Christian Dorst fest. Außerdem findet er, solle man arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt.

Im Baugewerbe weiter mitzuhalten, ist auch im Jahr 2019 nicht einfach. So steigen zum Beispiel jährlich die Kosten für nahezu alle Baumaterialien im Bereich zwischen drei und zehn Prozent. „Das kann ich nicht nachträglich dem Bauherren aufschlagen, wir garantieren Festpreise bei Vertragsabschluss“, betont Christian Dorst.

EBH-Häuser werden individuell geplant

Vom Team in Senzig mit 32 festangestellten Mitarbeitern werden die EBH-Häuser individuell geplant und von rund 60 Arbeitern in der Tochterfirma im tschechischen Ostrava-Kunčice produziert. Lediglich der Gerüstbau und die Fassadengestaltung werden in die Hände von Fremdfirmen gelegt. Die bevorzugte Arbeitsweise von EBH beschreibt Christian Dorst so: „Der Bauherr kommt hierher, wir sehen uns sein Grundstück an, schauen auf seine Lebenssituation, wie hoch ist das geplante Budget.“ Wenn diese einzelnen Schritte absolviert sind, dann arbeite es in seinem Kopf und nach einigen Tagen oder manchmal auch Wochen sei dann eine Idee da: „Das Programm im PC kann das Haus nicht individuell planen, das muss bei mir im Kopf passieren. Erst dann mache ich einen Vorschlag, was für den Bauherrn am besten wäre.“

Ist die Planungsphase in Senzig abgeschlossen, erhält das Werk in Ostrava die Dateien. Dort werden die Hausteile in etwa zwei Wochen gefertigt, dann per Lkw zur Baustelle transportiert. „Je nach Haustyp kommen da schon mal zwei bis sechs Trucks zusammen“, erzählt Christian Dorst. Die Rohbau-Montage eines Hauses ist in der Regel nach anderthalb bis zwei Tagen abgeschlossen. Die meisten EBH-Häuser entstehen in der Region. „Früher haben wir auch am Bodensee oder im Saarland gebaut. Sehr gerne auch in Bayern. Nun haben wir das auf 550 Kilometer im Umkreis beschränkt, um die Gewährleistung besser händeln zu können“, sagt Dorst.

Keine Frage, dass Christian Dorst für sich und seine Familie ein EBH-Haus in Senzig gebaut hat. „Ich bin zwar gebürtiger Berliner, aber meine Heimat ist Brandenburg“, sagt er. Für den Ort engagiert er sich im Vorstand des Fördervereins Netzwerk Senzig. „Es soll ein lebenswertes Dorf mit einer funktionierenden Gemeinschaft werden“, beschreibt er seine Wunschvorstellung vom künftigen Senzig. Der Weg dahin sei noch lang: „Aber in den vergangenen drei, vier Jahren sind wir schon weit gekommen.“

P.S. Mit Stand Mai 2019 wird EBH Haus Senzig in seiner Firmengeschichte 1175 Häuser gebaut haben.

Studio D: Ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 2

Legt Hand an Senziger Köpfe: Frisörmeisterin Dorit Purann

Wer in Senzig Studio D betritt, verlässt den Alltag – zumindest für einige Stunden und begibt sich in die Händevon Dorit Purann. Wer dann Studio D wieder verlässt, hat nicht nur einen schönen neuen Haarschopf. Zwei Stunden etwa konnte er in einer anderen Welt voller Spiegel und Farben und eingehüllt in ungewöhnliche Düfte die Seele baumeln und sich von der Frisörmeisterin verwöhnen lassen.

Ihre Philosophie: „Der Kunde, ob alt oder jung, ob Frau oder Mann, soll sich wohlfühlen und zur Ruhe kommen.“ Neben dem klassischen Angebot Waschen, Schneiden, Legen gehören auch neueste saiso-nale Trendfrisuren sowie dekorative Kosmetik oder Makeup-Beratung zum Service der 54-jährigen Studiochefin.

„Ich übe meinen Beruf mit Freude aus, es wird nie langweilig und Ideen für den Salon habe ich immer“, sagt sie. Dazu gehört zum Beispiel in der Adventszeit der Glühweinnachmittag, wo ihre zahlreichen Stammkunden zusammenkommen. „Letztens waren wir rund 50 Leute. Da wurde gesungen, vorgelesen und viel miteinander geplaudert.“ Diesen Zusammenhalt zu sehen, sei schön gewesen.

Für sie der schönste Beruf der Welt

Dorit Purann ist seit mehr als 25 Jahren mit Kamm und Schere zugange. „Für mich ist es der schönste Beruf der Welt“, sagt die sympathische schlanke Frau, die ihr rabenschwarzes Haar sehr kurz trägt. „Ich kann die Leute schön machen und sie froh stimmen. Der Kunde ist für mich nicht nur der Kunde. Bei manchen merke ich schon an der Tür, was mit ihnen los ist und kann auf sie eingehen.“ Sie habe schon immer etwas mit Menschen machen und Menschen um sich herumhaben wollen: „Das ist mir in die Wiege gelegt worden.“ Vater Fritz Purann war schließlich mehr als drei Jahrzehnte der Wirt des Senziger Hofs.

Doch die Gastronomie war nicht ihr Ding, liebend gern wäre sie Innenarchitektin, Goldschmiedin oder Maskenbildnerin geworden, aber zu DDR-Zeiten führte da kein Weg hin. Schöne Dinge wie Ringe, Armreifen, Halsketten und anderen filigranen Modeschmuck zu gestalten, ist heute für sie ein kreatives Hobby bei dem sie entspannt und Freude empfindet. Was aus Materialien wie Doublé, Edelstahl oder – man glaubt es kaum – aus wunderschön anzuschauendem blank poliertem Beton entsteht, kann im Salon bewundert – und auch gekauft werden.

In Potsdam die Meisterschule besucht

Ihre zwei Jahre dauernde Friseurlehre hat Dorit Purann noch zu DDR-Zeiten in Zeuthen gemacht und von 1989 bis 1991 in Potsdam die Meisterschule absolviert. Mit dem frischen Meisterbrief in der Tasche hat sie sich dann verschiedene Salons in Berlin angesehen: „Aber das war nix für mich, ich bin in einer Dorfgemeinschaft aufgewachsen“, betont die gebürtige Senzigerin. Wohl nicht zuletzt deshalb findet sie es gut, dass das Netzwerk für Senzig das Dorf wieder zusammenbringen will.

Das Friseurhandwerk übte Dorit Purann all die Jahre immer in der Region aus, zuerst in Niederlehme und seit nun schon 20 Jahren am Rande von Senzig. Inzwischen kommen bereits Großeltern mit ihren Enkelkindern ins Studio D. Sie bedauert, dass der von ihr so geschätzte Beruf seit der Wende in der Öffentlichkeit als, wie sie sagt, minderwertig angesehen wird. Das Handwerk wird, so ihre Ansicht, insgesamt nicht mehr so geachtet wie es das verdient. Das hat Folgen: Der Branche fehlt der Nachwuchs. Früher hat auch Dorit Purann sehr gern Lehrlinge ausgebildet. Dafür fehlt ihr, die den Salon allein führt, die Kraft. Und es sei auch sehr schwer motivierte junge Leute zu finden. „Wenn jemand käme, der für den Beruf brennt, würde ich den noch mal nehmen.“

Badestelle Krüpelsee bleibt

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Königs Wusterhausen und der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH

Die Liegewiese am Krüpelsee in Senzig geht in Eigentum der Stadt Königs Wusterhausen über.
Am Montag, den 08.04.2019, unterzeichneten Bürgermeister Swen Ennullat und Dr. Bernd Klages, Leiter der BVVG Landesniederlassung Brandenburg/Berlin, einen entsprechenden Vertrag im Rathaus der Rundfunkstadt. Mit dieser entgeltlichen Zuordnungsvereinbarung ist der öffentliche Zugang zum Krüpelsee an dieser Uferstelle im Nixenweg weiter gesichert. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Verhandlungen zu einem positiven Ende bringen konnten. Das ist eine gute Nachricht für alle Bürgerinnen und Bürger“, so Swen Ennullat.

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH hatte Anfang des Jahres das 1.810 Quadratmeter große Grundstück öffentlich zum Kauf angeboten. Der Stadt war es von vornherein wichtig, die bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Besuchern der Stadt beliebte Liegewiese in öffentlicher Hand zu behalten. Daher beteiligte sich die Kommune an dem Bieterverfahren. Dazu folgten konstruktive Gespräche, die nun zu einem erfreulichen Ergebnis führten. Wegen der geänderten planungsrechtlichen Situation hatte die BVVG die Ausschreibung ergebnislos geschlossen. Beide Seiten einigten sich auf eine entgeltliche Übertragung des Grundstückes. Der nächste Schritt wird nun sein, die Stadt als Eigentümerin ins Grundbuch eintragen zu lassen.

Quelle: https://www.koenigs-wusterhausen.de/900854/Liegewiese-Senzig-an-Stadt