Interessant und vielseitig: der Apothekerberuf

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 1

Wichtig für Senzig: Apothekerin Sandra Heyer und ihr Team

In der Jasmin-Apotheke in der Chausseestraße 71 b  hat wohl schon jeder erwachsene Senziger einmal gestanden. Um ein Rezept einzulösen oder, weil  gesundheitlich angeschlagen, um sich hier ersten Rat zu holen. „Das machen ganz viele Patienten, weil sie nicht oft stundenlang beim Arzt sitzen wollen“, berichtet Sandra Heyer, Inhaberin der Apotheken in Niederlehme, Zernsdorf und eben Senzig, wo sie zu Hause ist. „Wir sind häufig Ansprechpartner für alle Sorgen, auch für die nichtpharmazeutischen. Damit leisten wir häufig auch psychologische Betreuung, das gehört zu unserem Beruf.“

Die 39-Jährige – zierlich, quirlig und eloquent – ist ein Energiebündel. Beim Thema Apotheke und Gesundheitssystem redet sie sich schnell ins Feuer. „Das ist für uns alles sehr komplex geworden. Es hängt viel Bürokratie dran“, sagt Heyer, die an der FU in Berlin fünf Jahre Pharmazie studiert hat. Zuvor hatte sie eine Ausbildung als Bankkauffrau absolviert, was ihr heute in ihrem Apothekerberuf zugutekommt. 

Was sich alles mit einer Rezeptabgabe verbindet, ist für den Patienten nicht zu erkennen. Das reicht von der Dokumentation über das Arzneimittel oder seiner Bestellung beim Großhändler bis hin zu notwendigen Absprachen mit Ärzten. Nicht immer unkompliziert ist die Beziehung zu den Krankenkassen. Wenn die Apothekerin zum Beispiel sechs Wochen darauf warten muss ehe die Kasse ein Arzneimittel bezahlt, das sie vorfinanziert hat.   

Das Telefon steht nie still

Den Pillendreher von früher gibt es schon lange nicht mehr. „Aber jede Apotheke hat ein eigenes Labor und kann bestimmte Salben, Zäpfchen oder Cremes noch selber machen“, erzählt Sandra Heyer. Viele wüssten nicht, dass es in einer Apotheke drei große Berufsgruppen gibt: neben der approbierten Apothekerin die pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) und die pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA). Das Team der drei Apotheken besteht aus über 20 pharmazeutischen Angestellten, drei Auszubildenden, mehreren Boten und einer Reinigungskraft. Ansprechpartner in der Linden Apotheke in Zernsdorf und der Jasmin Apotheke sind die verantwortungsvollen Filialleiter. Nicht am Lager vorrätige Arzneimittel, die bestellt werden müssen, werden innerhalb von wenigen  Stunden beschafft. Alle 13 Tage hat jede Apotheke Notdienst. Die Linden Apotheke in Niederlehme und die zwei Filialen in Zernsdorf und Senzig versorgen vier Pflegeheime und  mehrere Sozialstationen mit Arzneimitteln. Dort schulen und unterstützten sie regelmäßig das Pflegepersonal der Heime rund um die Anwendung und Aufbewahrung von Arzneimitteln. 

„Da hat man jeden Tag viel zu tun, das Telefon steht nie still“, sagt Sandra Heyer. Sie ist die  Chefin, die alles verwaltet, Marketing plant und regelmäßig Schulungen organisiert. „Nur mit viel Fleiß und einem starken Team kann man das schaffen. Meine Mitarbeiter machen ihre Arbeit mit Herzblut. Auch wenn viel zu tun ist, darf die Freundlichkeit nie leiden. Wir stehen viel, wir laufen viel, wir wissen abends was wir gemacht haben. Oft denken wir auch noch zu Hause darüber nach, hast du auch alles richtig gemacht“, erzählt sie. „ Ohne meinen familiären Rückhalt, wäre das alles nicht möglich.“  

„Aber es ist ein toller, vielseitiger, interessanter Beruf.“ Mit Augenzwinkern beschreibt sie die Anforderungen an ihn so: „Präzise, verantwortungsvoll, freundlich muss man sein.“ Eine Sache ist ihr eine Herzensangelegenheit: „Ich fühle mich verantwortlich für den Nachwuchs. Das Pharmaziestudium ist ziemlich anstrengend, aber spannend. Wer das studieren oder PTA werden will, soll sich bei mir melden, ich unterstütze ihn.“ 

Sie habe sich bewusst für eine ländliche Apotheke entschieden, betont Sandra Heyer. „Man kennt die Leute, hat sofort einen Gesprächsfaden und wir kennen die Ärzte. Die Apotheke gehört zum Kern von Senzig.“ Und zu schätzen weiß sie: „Ich wohne und arbeite in einer Region, wo andere Urlaub machen.“ Einen dringenden Wunsch für Senzig hat sie: „Ich hoffe, dass man sich im Schulneubau einig wird, zum Wohle der Kinder. Es spricht für den Ort, wenn so viele Kinder da sind. An die sollte man mehr denken. Der Standort Bullenberg ist top.“

 

 

Wie der Gospel nach Senzig kam

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 1

Zu Hause in Senzig: Gospelchor Senzig 

Ein früherer Wirtshaustanzboden, heute eine Kirche, ist das Zuhause für den Gospelchor Senzig. Hier trifft er sich jeden Montag 18 Uhr zu den Proben. Dabei geht es nicht streng zu, eher familiär,  jeder begrüßt sich mit Handschlag oder einer Umarmung. Im 20. Jahr seines Bestehens hat der Chor rund 60 Mitglieder. Angefangen hatte es bescheiden mit fünf Leutchen. Wie kommt Gospel, dieser Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entstandene, oft ekstatische, christliche, afroamerikanische Musikstil, der Elemente des Spirituals, des Blues und des Jazz enthält, in ein brandenburgisches Dorf, fragt sich der Außenstehende?

 Die Idee dafür hatte Thomas Hoppe, gebürtiger Senziger, Gemeindepädagoge und Musiker.  „Einen Chor wollte er eigentlich nicht, vielmehr die jungen Leute von der Straße holen“, erzählt Peter Franneck. Der 59 Jahre alte Lehrer aus Köpenick ist seit 2005 dabei und wird von allen als der „Chorpapa“ angesehen. Zusammen mit „Chormama“ Gerlinde Jung und noch etwa zehn anderen Chormitgliedern kümmert er sich um die organisatorischen Dinge. „Diesen Flohzirkus muss man erstmal zusammenhalten“, sagt Franneck mit einem Lächeln.

Foster und seine „tolle Truppe“

Das musikalische Dirigieren ist seit 2013 Sache von Foster, so nennen ihn alle. Mit vollem Namen heißt der 48-Jährige Foster Ebai Agbor, kommt ursprünglich aus dem tiefsten Afrika, aus Kamerun. 1996 kam er zum Studium an die TU Berlin. Heute lebt der Elektroingenieur mit seiner Familie in Potsdam. Der Sohn eines Pfarrers und einer Mutter, die einen Kirchenchor in Kamerun leitete, ist von klein auf mit Musik groß geworden. „Sie hat mir das musikalische Talent weitergegeben, mit Gospel bin ich aufgewachsen“, erzählt er. Bereits im Alter von fünf Jahren lernte er Bassgitarre und mit 14 hatte er seine erste eigene Band. Gegenwärtig lenkt er neben dem Senziger Chor, der nach seinen Worten „eine tolle Truppe“ ist, noch die Geschicke eines anderen Gospelchores  in Berlin-Britz. 

Als Chorgründer Thomas Hoppe 2012 plötzlich im Alter von 39 Jahren starb, war das für die Sängerinnen und Sänger ein Schock. „Wir haben uns gesagt, wir kommen weiter jeden Montag zusammen. Das Zusammenbleiben war aber nicht so einfach“, erinnert sich Christiane Käfert, die fast von Anfang an dabei ist. „Seit Foster da ist, ist der Chor wieder stabil.“ Die Suche nach einem neuen Chorleiter hat lange Zeit gebraucht. Foster in seiner unkonventionellen Art sei ein Glücksfall für den Chor,  sind sich alle einig.

Gospel will die „Gute Nachricht“ des Evangeliums in einer Musik mitteilen, die mitreißt und Chor und Zuhörer in die Hände klatschen lässt, zu der man am liebsten tanzen möchte.  Gospelsongs und Spirituals stehen im Vordergrund für den Senziger Chor, aber er unternimmt auch Ausflüge in andere musikalische Gefilde wie Pop, Rock, Musical und sogar Oper. Inzwischen ist durch Foster auch Afrikanisches zum Repertoire hinzugekommen. 

Wir sind ein bunter Chor

Die Mitglieder des Chores kommen nicht nur aus Senzig und Umgebung, auch aus Berlin. Sie sind Amateure, stammen aus allen Altersgruppen und gehen vielen verschiedenen Berufen nach. „Chorpapa“ Peter Franneck sagt: „ Wir proben in der evangelischen Kirche der hiesigen Lukas-Gemeinde, wir singen auch in katholischen Kirchen, Foster ist Baptist, wir haben auch Atheisten dabei, mehr Ökumene geht nicht, wir sind ein bunter Chor.“ Gerlinde Jung, die „Chormama“, gehört seit zwölf Jahren dazu, sie moderiert auch zwischen den Songs und war früher Lehrerin für Deutsch und Englisch. Was sie sagt, das dürfte in der einen oder anderen Form auf alle zutreffen, warum sie im Gospelchor Senzig singen: „Man kann anderen eine  Freude machen. Ich mag Englisch, ich mag diese Musik, und diese tolle Gemeinschaft. Es sind viele Freundschaften entstanden.“ 

Singen macht glücklich und verbindet die Menschen. „In unserem Chor wird gefeiert, gelacht, geweint und natürlich gesungen“, berichtet Christiane Käfert. Nicht sie allein im Chor hat eine Sorge: „Es fehlt an jungen Leuten. Die zu kriegen, das ist schwierig.“ Wer mitmachen will, braucht keine Angst zu haben, es wird kein Vorsingen verlangt und Notenkenntnisse sind ebenfalls kein Muss. Wer im Chor ist, kann eine Menge erleben und kommt außerdem rum. Erst im Oktober ging es für ein Probenwochenende in den Spreewald. Für 2020 ist eine Konzertreise nach Trier in Rheinland-Pfalz geplant. 

Zehn bis 15 Konzerte gibt der Gospelchor Senzig im Jahr, vor allem im Landkreis um Königs Wusterhausen und in Berlin, aber nicht nur dort. Unvergesslich bleiben wird im Chorleben eine Tournee nach Thüringen und Sachsen. Der absolute Höhepunkt waren zwei Auftritte in der Dresdner Frauenkirche, 2010 noch dirigiert von Thomas Hoppe und 2016 von Foster. Peter Franneck stellt aber klar: „Wir sind hier in Senzig zu Hause. Wenigstens ein Konzert im Sommer gibt es im Ort  und regelmäßig zur Konfirmation in der Kirchgemeinde.“ Und aktuell zum Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz. 

www.gossenzig.com

 

M.R. seit 20 Jahren Garant für hohe Qualität bei Bad und Heizung

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 1

Zu Hause in Senzig: Meisterfachbetrieb Michael Richter

In der Senziger Firma vonMichael Richter macht ein kleiner Aufsteller auf eine große Auszeichnung aufmerksam. Das Bad- und Heizungsunternehmen wurde 2018 wieder  zu den 100 besten Badstudios in ganz Deutschland gekürt. Ausrichter des Rankings war Dornbracht, ein international agierender Anbieter hochwertiger Badarmaturen. Wir wollen dieser Anerkennung auch weiterhin gerecht werden und setzen nach wie vor auf hohe Qualität unserer Arbeit. Egal, ob ein neues Bad ansteht oder Servicearbeiten gefragt sind“, sagt Yvonne Gossow. An der Seite ihres Mannes, Installateur-Meister Michael Richter, ist sie in der Firma für Buchhaltung und als Kundenmanagerin tätig.

Senziger mit Herzblut

Seit dem Jahr 2004 hat Richter am jetzigen Standort, gegenüber der alten Feuerwehr, sein Studio, in dem Kunden mit hoher Kompetenz beraten werden. Die Firma hat sich auf Komplettbäder und barrierefreie Duschen spezialisiert. Der Anfang des heute florierenden Geschäftes war bescheiden. Es wurde 1998 durch Michael Richter gegründet: „Wo, das war nie eine Frage. Angefangen hat er zu Hause in seinem Zimmer“, berichtet Yvonne Gossow. Drei Jahre zuvor hatte er seine Meisterprüfung mit Auszeichnung als Jahrgangsbester absolviert. Anfangs solo, beschäftigte der Jungunternehmer innerhalb eines Jahres schon einen Gesellen. Heute gehören zur Firma  insgesamt zehn Mitarbeiter, darunter ein Lehrling und auch ein Fliesenleger. Am 1. Januar dieses Jahres feierten die „Richters“ ihr 20jähriges Bestehen. „Wir sind ein gutes Team und dankbar dafür“, betont die Managerin. Es seien langjährige Kollegen dabei, mit denen es großen Spaß macht zu arbeiten. 

Regelmäßige Weiterbildung und Besuche von Fachmessen des gesamten Teams garantieren einen hohen Qualitätsstandard: „Egal, ob ein Komfortbad oder eine moderne Energie sparende Heizung gewünscht wird.“ Die gelernte Heilerziehungspflegerin und studierte Betriebswirtin engagiert sich mit ihrem Mann für die Belange ihres Ortes. „Wir sind Ur-Senziger mit Herzblut und hoffen, gemeinsam mit anderen für die Gemeinde gesellschaftlich etwas zu bewegen.“ Dafür stehe auch das Netzwerk für Senzig, in dem sich Michael Richter und seine Ehefrau engagieren. Das Netzwerk ist eine Plattform für zivilgesellschaftliches Engagement, in der Vereine, Firmen, Institutionen und Privatpersonen zusammenwirken.

Am Lagerfeuer geboren: Senziger Band Silent Lake

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 1

„Es ist hier wunderschön/Alles was das Herz braucht gibt es hier/Hier wo wir zuhause sind.“ 

Eine schönere Liebeserklärung hat Senzig in seiner mehr als 550 jährigen Geschichte sicherlich noch nicht bekommen. Und dazu noch gesungen und  gespielt von der auf heimischem Boden gewachsenen Band Silent Lake. Auch dieses Jahr werden die Hobbymusiker zusammen mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt ihre Senzig-Hymne  anstimmen. Der Text stammt von Arne Siewert, wurde von Silent Lake & Friends überarbeitet  und erweitert. Die Melodie ist vom Elvis‘ Song „In the Ghetto“.

„Silent Lake entstand quasi am Lagerfeuer“, sagt Jörg Lein (52), der Schlagzeuger der Band. „Wir haben festgestellt, dass wir drei mit Musik verbunden sind“, ergänzt Sängerin Iris Heise. Denny Heise (beide 42) spielt Gitarre und singt ebenfalls. Seit Sommer dieses Jahres gehört Susan Lindemann an der Bassgitarre dazu. „Unseren ersten Auftritt hatten wir auf einer Geburtstagsfeier vor zwei Jahren, öffentlich auf der Bühne standen wir dann zum ersten Mal 2017 auf dem Senziger Weihnachtsmarkt“, berichtet Jörg Lein. 

Bekannte Songs in eigner Version

Den Bandnamen Silent Lake (Stiller See) haben sie sich bewusst auf Englisch gegeben. „Weil wir zumeist englische Songs singen“, klärt Iris Heise auf. Ihren Musikstil nennen sie selbst „recycled Pop Music“, mit dem sie Country, Rock und Pop in anderer Version interpretieren. „Bekannte Lieder, aber so, dass man nicht gleich erkennt, um welchen Song es sich handelt“, so der Mann am Schlagzeug. Bei der Auswahl der Songs sind sich die Vier nicht immer einig, denn ihre musikalischen Vorlieben sind durchaus unterschiedlich. 

„Die Beatles kann ich rauf und runter hören, auch Neil Young find‘ ich gut“, sagt Susan Lindemann, mit 41 das „Küken“ der Band. Wie sie erzählt, haben ihre Eltern sie in der 4. Klasse ans Akkordeon gesetzt, „zwangsweise“ , sagt sie – dennoch hat sie acht Jahre durchgehalten. Das Spiel auf der Bassgitarre hat sie bereits in der Schulzeit erlernt und sich in diesem Sommer das erste eigene Instrument gekauft. Iris Heise fing mit klassischem Gesang an, hat im Chor die h-Moll-Messe von Bach oder in Verdis Requiem mitgesungen, später eine Vollausbildung zur Rock- und Pop-Sängerin/Musikerin in Berlin  absolviert und auch schon einmal in einer Swingband mitgewirkt. Sie steht auf den Popgrößen der 80er und frühen 90er Jahre wie Phil Collins und Madonna. Auch Bands wie Queen und Manowar haben sie fasziniert. „Meine heutigen musikalischen Helden sind der leider in diesem Jahr verstorbene überragende Sänger Chester Benningston und seine Band Linkin Park.“ 

Mit fünf Jahren Bee-Gees-LP auf dem Plattenteller

Jörg Lein hat keine ausgesprochenen musikalischen Vorbilder, mag aber Abba, die Bee Gees, Grönemeyer und Silly  aus dem Osten. „Mir haben meine Eltern die Musik in die Wiege gelegt.“ Vater Peter Lein hatte 1956 die „Club-Band“ gegründet, die in Zwickau und Umgebung Kultstatus genoss, später war er Musiklehrer an einem Gymnasium.  Sohn Jörg begann mit Chorsingen und stieg dann auf Schlagzeug an der Musikschule um. Vor drei Jahren war Schluss mit seiner und seines Bruders Rockband. „Ich bin froh, die Truppe hier kennengelernt zu haben. Wenn man immer Musik gemacht hat, dann auf einmal nicht mehr, fehlt was.“ 

Denny Heise hatte keine direkte musikalische Unterstützung aus dem Elternhaus, legte sich aber schon im zarten Alter von fünf die Bee-Gees-Scheiben seines Vaters auf den Plattenteller. Erst vor zwölf Jahren fing er an, selber Musik zu machen: “Ein Freund sagte zu mir, nimm doch mal die Gitarre, ich zeig dir was.“ Er hat von den Vieren vielleicht den ausgefallensten Musikgeschmack: „Ich mag alles, was in Richtung Rolling Stones geht, mit Ausnahme der Stones selber.“ Und nennt dann noch Ed Sheeran, Creedence Clearwater Revival, Jethro Tull und Sam Cooke, einer der Väter des Soul. 

Neu-Senziger  aus Leidenschaft

Keiner der Vier ist Profimusiker. Ihr Brot verdienen sie sich in den unterschiedlichsten Berufen: Denny ist Maschinenbautechniker, seine Frau arbeitet als Erzieherin in einer Einrichtung für Kinder mit Handycap, Susan Lindemann ist Beraterin in der Rentenversicherung und Jörg Lein ist Direktionsbeauftragter für Finanzdienstleistungen.

Die Resonanz nach dem Weihnachtsmarktauftritt vor einem Jahr war so groß, dass sich die Musiker zum Weitermachen entschlossen. Hinzu kam im August dieses Jahres der „Konzertabend“ an der Strandhütte neben der Badestelle am Krüpelsee – der Höhepunkt bisher in der kurzen Bandgeschichte. Zuerst waren nur wenige Leute an zwei Tischen da, später mussten Bänke geholt werden, zum Schluss lauschten etwa 100 Zuhörer. 

„Ur-Senziger“ sind alle Vier nicht, aber nach ihren Worten: „Neu-Senziger aus Leidenschaft.“

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Text Senzig-Lied


Unser Senzig

(von Silent Lake & Friends)

Wenn der Regen fällt

Und in Senzig es ist kalt und grau

Und wer hier nicht wohnt sagt ganz

schnell Tschau

Unsrem Senzig

Und der Berliner fragt

Wie könnt ihr euch nur wohlfühl‘n hier

Zwischen Feldern und Wiesen und dem

ganzen Getier

In eurem Senzig

Was die Leute nicht verstehen

Es ist hier wunderschön

Alles was das Herz braucht gibt es hier

Schau einfach auf dich und mich

Auch wenn uns mal was sticht

Wie die fiesen Mücken hier während

Einem Fläschchen Bier

Zum Feierabend

Wenn der Schnee tanzt

Mit Schuss geht es dem Berg hinab

Und den Eltern wird der Glühwein knapp

Hier am Bullenberg

Und der Berliner sagt

Ob Pfingstfest oder Weihnachtsmarkt

Was ihr hier macht ist richtig stark

Hier in Senzig

Was die Leute bald verstehen

Es ist hier wunderschön

Genau solch Leben wünschen wir uns hier

Ja wir können nichts dafür

Wir fühl’n uns sauwohl hier

Auch bei Südstern Senzig im Verein

Können wir zusammen sein

In unsrem Senzig

Wenn die Sonne sinkt

Die Kerle hol’n den Grill schnell raus

Und die Kinder komm‘ vom Spiel’n nach

Haus

Hier in Senzig

Und der Berliner weint

Ich geb gern all mein Geld dafür

Um so wundervoll zu leben wie ihr hier

In Senzig

Was die Leute jetzt verstehen

Es ist hier wunderschön

Alles was das Herz braucht gibt es hier

Hier wo wir zuhause sind

Das weiß doch jedes Kind

Das Freude, Freundschaft, Herzlichkeit

Uns verbinden allezeit

In unsrem Senzig

Und der Berliner weint

In seinem Ghetto

 

Ein Koch aus Leidenschaft

Ein Beitrag aus DEIN Senzig Magazin, Ausgabe 1

Die Liebe zum Kochlöffel hat Christoph Burkert von seinem Vater geerbt. „Ich wollte nie etwas anderes werden als Koch“, sagt der 34jährige Chef des Bindower Dorfkrugs. „Selbst eine acht Jahre dauernde Dienstzeit bei der Bundeswehr hätte ich in Kauf genommen, nur um diesen Beruf zu erlernen“. Zum Glück fand er nach mehr als 100 Bewerbungen eine Lehrstelle in einem gut bürgerlichen Familienunternehmen in Konstanz am Bodensee. Dort wurde der junge Mann geschätzt, gerade weil er aus dem Osten kam und Pünktlichkeit, Freundlichkeit und die Liebe zum Kochen mitbrachte.

 Fünf Jahre ließ sich Christoph Burkert in der Fremde den Wind um die Nase wehen: “Das hat sich gelohnt, aber Heimat zieht eben doch immer und ist schon schön“. Er ging zurück nach Bindow, wo seine Eltern 1986 die Gaststätte komplett neu aufgebaut hatten, in der er quasi aufgewachsen ist. Nach der Rückkehr als gelernter Koch fing er im Bindower Dorfkrug an: “Als Angestellter bei Papa als Chef, das lief gut, heute ist es umgekehrt und es klappt weiter gut.“ Burkert sen. wird noch bis Ende dieses Jahres in der Küche seinem Sohn zur Seite stehen. 

Essen auf Rädern – Sieben Autos rollen zur Mittagszeit

Der hat sich in den acht Jahren, da er den Hut aufhat, ein stabiles Reich mit derzeit zwölf Mitarbeitern aufgebaut. Christoph Burkert und sein Team kochen Tag für Tag, hauptsächlich Hausmannskost, also Gulasch, Schnitzel, Frikasse oder auch mal was aus der internationalen Küche. Essen auf Rädern ist das Kerngeschäft des Bindower Dorfkrugs“.  In der Mittagszeit schwärmen sieben Lieferwagen mit dem charakteristischen blauen Schriftzug aus und bringen die Gerichte zu den Kunden in der Region. Zum Einzugsbereich gehören Ortsteile der Gemeinde Heidesee,  Königs Wusterhausen, Zernsdorf, Wildau, Storkow und Bestensee. Zudem versorgt der Dorfkrug alle Kitas in den elf Ortsteilen von Heidesee mit Mittagessen. 

„In Senzig sind wir jeden Tag unterwegs, dort beliefern wir etwa 15 Haushalte.“ Mit dem Nachbarort verbindet Christoph Burkert aber noch weit mehr. „Wir haben viele gemeinsame Projekte.“ Sei es das Pfingstfest des Dorfes im Stadion im Wiesengrund oder die Silvesterparty. Ein Manko im Ort spricht er offen an: “Senzig hat leider keinen schönen größeren Raum für öffentliche Veranstaltung, so einen wünschte ich mir.“ Mit diesem Wunsch ist er nicht allein.

„Ich stehe so gut wie 365 Tage im Jahr am Herd. Eine Woche Urlaub im Jahr ist schwer zu erkämpfen“, berichtet Burkert. „Aber ich bin glücklich in meinem Traumberuf, ich kann kreativ sein“, gesteht der sympathische Gastronom. Catering und die Bewirtung auf Open-Air-Veranstaltungen sind weitere Standbeine des Bindower Dorfkrugs. In Bindow selbst ist der Biergarten im Sommer ein Anlaufpunkt für Radler und Wanderer. „Es ist nicht zu fassen, die meisten verlangen unser Softeis. Ich habe sogar eine zweite Maschine dafür gekauft“, erzählt er. Zudem ist er im Gespräch mit einer Eismanufaktur in der Region. Dann wird es auch noch andere Eiskreationen geben.